Verputzen: Was es ist und wann es Sinn macht

Zum Neubau eines Hauses, zur Renovierung und ebenso zur Sanierung gehört das Verputzen der Innen- und Außenwände regelrecht dazu. Die meisten Heimwerker zeugen dieser Handwerkskunst den höchsten Respekt. Wände richtig zu verputzen ist dabei nicht unbedingt eine hohe Wissenschaft, bedarf jedoch einigen Grundwissens und vor allen Dingen sehr viel Sorgfalt und Geschick.

Was genau bedeutet Verputzen?

Der Begriff Verputzen bezeichnet das Auftragen von Mörtel auf eine glatte Oberfläche. Explizit ist das Verputzen von Innen- und Außenwänden, Gartenmauern und auch Decken üblich. Dabei besteht die Mörtelmasse je nach Funktion des Putzes und nach der zu verputzenden Oberfläche wahlweise aus Lehm, Kalk, Gips, Zement oder auch Kunstharzen. Nicht selten handelt es sich bei dem Putzmörtel auch um eine Mischung verschiedener Komponenten. Je nachdem, welche Zusätze dem Putz zugefügt werden, verfügt er über bestimmte Eigenschaften, die der verputzten Oberfläche zugutekommen.

Richtiges Verputzen ist das A und O

Damit der Putz seine Funktion erfüllt – ganz gleich ob dies aus bautechnischen oder optischen Aspekten geschieht – muss er richtig aufgetragen werden. Hierzu sind etwas Fingerfertigkeit, ein wenig Grundwissen, das geeignete Werkzeug und viel Sorgfalt ebenso vonnöten wie genug Erfahrung. Die Kosten für das Verputzen einer Fassade, durchgeführt durch einen Fachbetrieb, sind überschaubar. Es ist Hobbyhandwerkern davon abzuraten, sich an diese Aufgabe ohne Vorkenntnisse zu machen. Üben Sie zunächst das Verputzen kleinerer Flächen. Um erste Erfahrungen zu sammeln, bietet es sich auch an, zunächst Flächen wie Keller oder ähnliche zu verputzen. Hier stört es wenig, wenn der Putz nicht ganz so perfekt gelingt.

Welche Bauelemente können verputzt werden?

Grob betrachtet lassen sich alle Flächen verputzen, die glatt, trocken und staubfrei sind. Dabei ist es auch zweitrangig, wie tragfähig die zu verputzenden Flächen sind. Für Untergründe, die weniger tragfähig sind, gibt es speziellen Leichtputz. Üblich ist das Verputzen von Außenwänden und Innenwänden sowie das verputzen der Decken. Auch Kellerräume werden häufig verputzt, so entsteht nicht nur eine saubere Optik, sondern auch ein guter Schutz vor Feuchtigkeit und ihren Folgen. Darüber hinaus sind der Fantasie wenig Grenzen gesetzt. Verputzen lassen sich Gartenmauern ebenso wie Garagenwände, aber auch Gebäudesockel und Säulen. Alle diese Bauelemente profitieren von einem anständigen Putz.

Die Qualitätsstufen

Wenn Innenwände verputzt werden, wird ein spezieller Putz verwendet, der bestimmten Standards untersteht. Diese sind in so genannten Qualitätsstufen Q1, Q2, Q3 und Q4 unterteilt. Jede dieser Qualitätsstufen bezieht sich auf die unterschiedlichen Endbeschichtungen.

Innenputz der Qualitätsstufe 1

Innenputz der Qualitätsstufe 1 eignet sich als Unterlage für keramische Wandbeläge wie beispielsweise Fliesen. Dieser Putz besteht in der Regel aus Gips- oder Zementputz und kann einlagig aufgetragen werden. Putzmörtel der Qualität Q1 eignet sich zudem auch zur Vorbereitung von eher rustikalen End-Verputzungen wie grober Reibeputz.

Innenputz der Qualitätsstufe 2

Ebenfalls aus Gips- oder Zementputz besteht Innenputz der Qualitätsstufe 2. Dieser Putz dient als Unterlage zur Beschichtung mit mittelschweren bis schweren Tapeten (auch Raufaser und Vliestapeten) oder auch zur Verarbeitung mit Dispersionsfarben.

Innenputz der Qualitätsstufe 3

Feine Beläge wie fein strukturierte Tapeten, leichter Finishputz mit einer Körnung von weniger als 1mm und matte Wandfarben sollten auf Innenputz der Qualitätsstufe Q3 aufgebracht werden. Es handelt sich hierbei um einen feinen Gipsputz, der zweilagig aufgetragen wird.

Innenputz der Qualitätsstufe 4

Innenputz der Oberflächenqualität Q4 ist etwas für echte Profis. Er eignet sich für die Weiterverarbeitung mit Glanz- und Metalltapeten sowie Lackierung mit seidenmatten Lacken oder Lasuren.

Warum sollten Sie Wände verputzen?

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Wände verputzt werden:

  • Witterungsschutz
  • Wärmedämmung
  • Abdichtung
  • Vorbereitung und Grundlage zum Auftragen weiterer Schichten
  • Optische Gestaltung

Es kommt dabei hauptsächlich darauf an, ob es sich bei der zu verputzenden Oberfläche um eine Innen- oder Außenwand handelt.

Witterungsschutz

Außenwände werden in erster Linie zum Schutz vor Witterung verputzt. Es gilt hierbei insbesondere, das Mauerwerk vor eintretender Feuchtigkeit zu schützen, gleichzeitig jedoch sicherzustellen, dass Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk auch wieder nach außen entweichen kann. Ist eine Fassade richtig verputzt, wird das Mauerwerk vor weiteren schädlichen Einflüssen sicher geschützt. Dies ist insbesondere wichtig, wenn es sich bei der Wand nicht um ein robustes Mauerwerk handelt, sondern andere Baustoffe verwendet werden. Beispielsweise im Rahmen einer Hohlständerbauweise werden durch den Putz die Holzbalken vor Feuchtigkeit und Schimmelbefall wirksam geschützt. Einzig und allein massives Mauerwerk mit einer entsprechenden Verklinkerung benötigt kein Verputzen der Außenwand, um vor den Einflüssen der Witterung wirkungsvoll geschützt zu sein.

Die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und nach außen abzugeben führt beim Verputzen von Innenwänden dazu, dass durch den Putz das Raumklima deutlich verbessert wird. Die Luft weist eine niedrigere Luftfeuchtigkeit auf. Dies ist zum einen gesundheitsfördernd und schützt zum zweiten die Innenräume vor Schimmelbefall. Ebenso tendieren viele dazu, den Keller zu verputzen, da in vielen Gebäuden hier eine Schwachstelle für das Eindringen von Feuchtigkeit besteht.

Wärmedämmung

Je nach Putzart kann zudem das Verputzen der Fassade eine zusätzliche Wärmedämmung darstellen. Dies ist besonders interessant, wenn Sie ein Haus verputzen, das älteren Baujahres ist und welches ansonsten kaum über eine Wärmedämmung verfügt. Hierzu wurden spezielle Wärmedämmputzsysteme entwickelt d.h. beim Verputzen der Wände werden mehrere Schichten aufgetragen, zumeist als Basis eine dickere Schicht, die eine wärmedämmende Funktion erfüllt, darüber eine dünne Oberschicht. Handwerker, die das Verputzen der Wände selbst übernehmen, sollten beim Materialeinkauf unbedingt darauf achten, ausschließlich verschiedenen Putze eines einzigen Systems zu verwenden, da diese optimal aufeinander abgestimmt sind.

Abdichtung

Spezieller wasserundurchlässiger Putz kann auch gezielt verwendet werden, um Bauelemente abzudichten. Diese Technik wird beispielsweise verwendet bei Pools und größeren Schwimmbecken. Dabei kann der Putz je nach Belieben als Unterlage verwendet werden, um anschließend Fliesen aufzutragen. Moderne Pool-Varianten kommen jedoch auch ohne Fliesenschicht aus. Hier dient der Putz auch zur ästhetischen Gestaltung der Schwimmbadwände.

Vorbereitung und Grundlage zum Auftragen weiterer Schichten

Ein gleichmäßig aufgetragener Putz dient sowohl im Innen- als auch im Außenbereich häufig zur Vorbereitung, um weitere Schichten wie Fliesen, Tapeten oder sonstige Verkleidungen aufzutragen. Hierbei ist es äußerst wichtig, dass der Putz eine vollkommen ebene Fläche bildet. Dabei ist es gut zu wissen, dass Putzmörtel nicht allein auf Mauerwerk oder Beton aufgetragen werden kann. Grundsätzlich kann nahezu jeder Untergrund verputzt werden. Gerade beim Gestalten von Innenräumen muss beispielsweise häufig Rigips verputzt werden, aber auch Holz lässt sich verputzen wie auch bereits behandelte oder verkleidete Untergründe wie Wände mit Tapeten und Fliesen. Allerdings sollten je nach Untergrund entsprechender Putzmörtel verwendet werden, die optimal auf die Eigenschaften des Untergrundes abgestimmt sind. Untergründe, die aufsaugende Wirkung zeigen – wie beispielsweise Wände mit Tapeten oder auch Porenbeton sollten Sie zudem mit einem Tiefengrund eine gute Basis schaffen.

Optische Gestaltung

Neben den unterschiedlichen Funktionen, die ein Putz erfüllt, dient das Verputzen nicht selten auch zur optischen Aufwertung. So können verschiedene Putzarten wie Rauputz oder Strukturputz eine ansprechende Optik bieten und dazu beitragen, sowohl dem Außen- als auch Innenbereich eines Hauses ein besonderes Ambiente zu verleihen. Darüber hinaus gibt es verschiedene gestalterische Möglichkeiten – wie beispielsweise die Gestaltung eines Freskos durch Auftragen von Farbe auf dem noch nicht vollständig getrocknetem Putz – die zur Ästhetik des Wohnraums beitragen.

Verputzen: Was es ist und wann es Sinn macht

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